Tarif Chemie 2018 „Weil du es wert bist!“

Weil du es wert bist! Tarifrunde 2018.

Quelle: IG BCE, Bildquelle IG BCE

 

Tarifeinigung Chemiebeschäftigte bekommen mehr Geld

Mehr Lohn und ein „Quantensprung“ beim Urlaubsgeld für die rund 580.000 Chemie-Beschäftigten: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband haben sich auf ein neues Tarifpaket geeinigt.

Die rund 580.000 Beschäftigten der deutschen Chemie-Industrie erhalten künftig höhere Gehälter und ein nahezu verdoppeltes Urlaubsgeld. Vertagt wurde hingegen die von der Gewerkschaft gewünschte Freizeit-Option.

Die Chemiebranche ist Deutschlands drittgrößter Industriezweig nach der Automobilindustrie und dem Maschinenbau.
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Quelle: Spiegel-Online

Es gibt einen Abschluss!

Deutliche Lohnsteigerungen, ein Quantensprung beim Urlaubsgeld und die Aussicht auf mehr Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten: Nach zweitägigen Verhandlungen haben sich IG BCE und Arbeitgeber auf einen Tarifkompromiss für die 580.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie geeinigt. Er sieht Entgeltsteigerungen von 3,6 Prozent vor. Gleichzeitig hat sich die IG BCE mit ihrer Forderung nach einer Verdopplung des Urlaubsgelds auf 1.200 Euro für Vollzeitbeschäftigte voll durchgesetzt. Darüber hinaus vereinbarten die Vertragsparteien eine verbindliche „Roadmap Arbeit 4.0“, die bis zur nächsten Tarifrunde mehr Arbeitszeitsouveränität und Qualifikationschancen für die Beschäftigten ermöglichen soll.
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Quelle: IG BCE

Ralf Sikorski informiert die große Tarifkommission über den Stand der Verhandlungen, die sich auch noch bis morgen ziehen können. Ein Angebot der Arbeitgeber gibt es noch nicht. Quelle und Bildquelle: IG BCE Tarifticker

 

Nachdem die Chemiearbeitgeber gestern kein vernünftiges Angebot vorgelegt haben, möchten wir die Zeit bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 19. und 20. September in Wiesbaden nutzen: Wir wollen am bundesweiten Aktionstag am 12. September den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. In ganz Deutschland finden Aktionen statt – sicher auch bei dir in der Nähe. Mach mit und zeig Flagge! 💪👍 Hier haben wir sämtliche Veranstaltungen aufgelistet: www.bit.ly/chemie2018_Aktionstag

Wir haben die gestrige Verhandlung auch in einem Videobeitrag zusammengefasst. Schaut selbst: www.bit.ly/chemie2018_video

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Verhandlungen in der Chemie ohne Ergebnis:

„Arbeitgeber haben Chance vertan“

Die bundesweiten Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der chemischen Industrie sind am Mittwoch ergebnislos vertagt worden. Ein substanzielles Angebot der Arbeitgeberseite ist während der fünfstündigen Gespräche in Hannover ausgeblieben.

„Die Arbeitgeber haben heute eine Chance vertan“, sagte der Verhandlungsführer der IG BCE, Tarifvorstand Ralf Sikorski, im Anschluss. „Statt Fortschritt in der Sache zu erzielen, haben wir nur die bekannte Litanei einer unsicheren Konjunktur-Zukunft gehört. Das ist enttäuschend.“

Die IG BCE wird deshalb am kommenden Mittwoch mit Aktionen in mehr als 100 Betrieben bundesweit ihre Forderungen untermauern. „Die Beschäftigten spüren am eigenen Leib, wie sehr der Laden brummt“, sagte Sikorski mit Blick auf die hohe Auslastung in den Betrieben. „Wer die Folgen tragen muss, will auch an den Erfolgen teilhaben.“

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Quelle: IG BCE, Bildquelle IG BCE

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Forderungsempfehlung Chemie
6 Prozent mehr – „Weil du es wert bist!“

Eine Entgelterhöhung von 6 Prozent, ein kräftiges Plus beim zusätzlichen Urlaubsgeld, eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen: Dieses Forderungspaket empfiehlt der Hauptvorstand der IG BCE für die kommenden Tarifverhandlungen in der chemischen Industrie.

Angesichts einer hervorragenden wirtschaftlichen Lage in der chemisch-pharmazeutischen Industrie sei die Forderungsempfehlung absolut angemessen, sagte IG-BCE-Verhandlungsführer Ralf Sikorski bei der Vorstellung der Details in Hannover. Produktion, Umsatz und Profite waren in der Branche bereits im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, für 2018 wird mit weiteren Zuwächsen gerechnet. In einer aktuellen Betriebsräteumfrage der IG BCE berichten acht von zehn Befragten von einer guten bis sehr guten wirtschaftlichen Lage ihres Betriebs.

„Die Auslastung der Anlagen liegt auf Rekordniveau“, sagte Sikorski. „Die Beschäftigten sind es wert, dass ihre Leistung gewürdigt wird – nicht nur mit lobenden Worten, sondern auch in Euro und Cent.“ Die Tarifrunde für die 580.000 Beschäftigten in der Branche stellt die IG BCE deshalb auch unter das Motto: „Weil du es wert bist!“
Die Komponenten der Forderungsempfehlung im Einzelnen:

Erhöhung der der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 6 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Anhebung des zusätzlichen Urlaubsgelds von derzeit 20,45 Euro auf 40 Euro pro Urlaubstag für Vollzeitbeschäftigte und von derzeit 449,94 Euro auf 900 Euro jährlich für Auszubildende. Mit dieser für alle Tarifgruppen einheitlichen Aufstockung „setzen wir ein Zeichen für weitere soziale Komponenten in der Tarifpolitik“, sagte Ralf Sikorski, der im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE für die Tarifpolitik verantwortlich ist. Von der Steigerung würden Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen und Auszubildende überdurchschnittlich profitieren. „Das ist sozial und gerecht.“ Das Urlaubsgeld wird in der chemischen Industrie zusätzlich zur Jahresleistung (95 Prozent des monatlichen Tarifentgelts) gezahlt.

Angesichts steigender Arbeitsbelastungen, rasant wachsender technologischer Veränderungen und dem verstärkten Wunsch der Beschäftigten nach mehr Zeitsouveränität will die IG BCE Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitsysteme weiterentwickeln. Die Beschäftigten sollten stärker darüber mitentscheiden können, wann und wie sie welche Aufgaben bearbeiten – auch unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensphasen. „Der digitale Wandel ist eine der größten industrie- und tarifpolitischen Herausforderungen unserer Zeit“, so Sikorski. „Wer die Menschen bei Veränderungsprozessen mitnehmen will, muss deutlich machen, dass dies auch eine Chance ist, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Neue Technologien können nicht nur effizienzsteigernd sein, sondern auch arbeitsentlastend wirken.“

Die Forderungsempfehlung des Hauptvorstands ist die Basis für die nun folgenden Diskussionen in den Vertrauensleutegremien und Tarifkommissionen der IG BCE. Mitte Juni beschließt die Bundestarifkommission die endgültigen Forderungen, wenig später starten die Gespräche zwischen IG BCE und Arbeitgebern in den regionalen Tarifbereichen. Im September wechseln beide Seiten zu zentralen Verhandlungen auf die Bundesebene.

von hier: Medieninformation der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Quelle: IG BCE