klartext 40/2017: Lebensversicherungen werden zur Handelsware

Immer mehr Versicherer verkaufen die Lebensversicherungen ihrer Kunden an Finanzunternehmen – die Versicherten werden vorher nicht gefragt. Aus Verbrauchersicht besteht Reformbedarf bei den Lebensversicherungen.

Lebensversicherungen waren immer „ein Bund fürs Leben“: Sie waren des Deutschen liebstes Vorsorgeprodukt fürs Alter, wurden oft im jungen Alter abgeschlossen und liefen Jahrzehnte. Doch jetzt werden langjährige Vertragsbindungen, die auf Vertrauen und nachhaltigen Versprechen aufbauen, einseitig verändert:

Viele Anbieter von Lebensversicherungen denken darüber nach, ihre Bestände an andere Finanzunternehmen zu verkaufen. Die Versicherten werden vorher nicht gefragt.

Die Mannheimer Leben,

die Basler Leben und

die ARAG haben ihre Lebensversicherungsverträge zumindest teilweise bereits verkauft, andere planen ähnliches.

Niedrigzins-Politik macht es für Versicherungskonzere schwieriger

Der Hintergrund: Die Finanzkrise und die verfehlte europäische Anti-Krisenpolitik haben das Wirtschaftswachstum abgewürgt und so eine anhaltende Niedrigzins-Politik notwendig gemacht. Für die Versicherungskonzerne wird es damit immer schwieriger, die in den Lebensversicherungs-Verträgen vereinbarten Erträge zu erwirtschaften. Sie verkaufen die Verträge inklusive den dazugehörigen Kapitalanlagen deshalb an so genannte Abwicklungsunternehmen, die zwar im selben Niedrigzins-Umfeld agieren, aber vorgeben, niedrigere Kosten zu haben: Sie haben kein Neukundengeschäft, deshalb keine Vertriebskosten und weniger Mitarbeiter. Zudem setzen sie auf mittel- und langfristig steigende Zinsen. Ob diese Rechnung aufgeht, bestimmt den Erfolg der neuen Unternehmen. Und von diesem Erfolg hängen die zukünftigen Überschussbeteiligungen für die Kundinnen und Kunden ab.

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Quelle DGB Klartext, Bildquelle DGB

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